Initiative Messer sind Werkzeuge | Die Regel, nicht die Ausnahme

 Die Regel, nicht die Ausnahme…

 

 

Seit mir mein Großvater -  ich war damals wohl 5 oder 6 Jahre alt – mein erstes Schweizer Offiziersmesser geschenkt hat, bin ich nie mehr ohne Taschenmesser unterwegs gewesen.

Ja, auch in der Schule war das damals kein Problem. Die Lehrer waren noch „bodenständiger“ und sahen eher den Nutzen eines immer verfügbaren Werkzeugs als eine wie auch immer geartete Bedrohung.

Mittlerweile hat sich für alle Gelegenheiten das passende Messer gefunden, Stadt, Land, Fluss – Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Mal zum klappen und mal feststehend.

Trotz allem habe ich einen Schulabschluss, eine Ausbildung und bin seit 25 Jahren im selben Betrieb angestellt, keine Vorstrafen, noch nicht mal ein Führerscheinentzug…..

Ich bin die Regel, nicht die Ausnahme.

Innerhalb eines ganz normalen Tagesablaufs wird mein Messer so oft benutzt, dass ich dadurch locker eine Menge Weg und Kram einspare.

Fängt morgens mit Brötchen schneiden an und geht – je nachdem wie schnell die Post war – mit Briefe öffnen weiter.

In der Ecke neben der Haustüre warten dann meistens auch noch ein paar Kartons auf mülltonnenmundgerechtes zerkleinern.

Dabei bin ich froh um den Feststellmechanismus (der ist nämlich nützlich und nicht „böse“), denn ab und zu hakt es schon mal im Karton und ich will ja Altpapier zerkleinern und nicht die Finger.

Mit dem Klappmesser Zettelchen und Schildchen aus Klamotten trennen, ersetzt mal eben die Nagelschere und wenn dann im Garten irgendwo ein frecher Zweig heraussteht hole ich nicht erst die Gartenschere, das Messer ist ja immer dabei.

Draußen mit meinen Jungs unterwegs gibt’s dann einen Apfel oder eine Wurst  zu teilen – und zwar ganz genau in der Mitte – meist muss auch noch ein Stock von Zweigen befreit werden – mit 5 und 7 Jahren kann man ohne Stock kaum laufen…

Taucht eine Pfütze auf muss hin und wieder ein Rindenschiffchen geschnitzt werden.

Leute meines Jahrgangs (1966) hatten nicht selten das Glück einen Großvater gehabt zu haben, der einem solche Sachen noch beigebracht hat.

Wenn’s dann dumm läuft, kann man mit der sehr spitzen Klinge auch mal einen Splitter ziehen oder ein Pflaster abschneiden.

Seltener, aber schon vorgekommen…., die Fahrradkette wieder auf das Ritzel legen. Die Klinge lässt sich definitiv leichter und schneller reinigen als die Finger…

Papa ohne Taschenmesser…..- u n d e n k b a r !

Meine Jungs lernen den sachgemäßen Umgang mit dem Taschenmesser, einen riesen „Hype“ gibt’s darum nicht, denn was „verboten“ ist wird erst richtig interessant….  ;-)

Dieses Jahr war ich mit dem “großen“ zum ersten mal „Vater und Sohn Zelten“. Da hat er dann am Lagerfeuer sein erstes feststehendes Messer gekriegt…, diese Augen hättet Ihr sehen sollen. Mit Papa am Lagerfeuer Stöckchen schnitzen. Ist es das, was vielen Kindern vielleicht fehlt?

Ungezählt die „Haste mal ein Messer…“ Einsätze für Leute die nie Messer brauchen 

Klar kann man das auch mit einem Werkzeuggürtel lösen, aber mal ehrlich: Wer will damit durch die Gegend laufen.

Da ist mir der kleine Clip in der Hosentasche bedeutend lieber.

Ich habe keine Lust mich kriminalisieren zu lassen weil ich eines der ältesten Werkzeuge die die Menschheit kennt, täglich benutze!

Ich halte es für extrem falsch immer mehr persönliche Rechte sinnlos auf dem Altar der inneren Sicherheit zu opfern.

Was soll es denn bringen?

Menschen bedrohen oder vorsätzlich zu verletzen ist doch schon eine Straftat!

Glaubt man tatsächlich einen gewaltbereiten Menschen am Missbrauch eines Messers zu hindern, nur weil das Messer verboten ist?

Wer sich zur Körperverletzung entschlossen hat wird sich nicht auch noch Gedanken machen ob sein Tatwerkzeug, "legal“ ist…

Mittel die tatsächlich zur Senkung von z.B. Jugendkriminalität führen, vernünftige Jugendarbeit in Gemeinden und Vereinen z.B., kosten Geld und helfen einem Hinterbänkler nicht beim Aufstieg in die Bundespolitik….

Da riskiert man lieber die Arbeitsplätze in den paar Messer herstellenden Betrieben die’s in Deutschland noch gibt,  kriminalisiert Familienväter und löst eine Flut von Sondergenehmigungen für Berufsgruppen aus, die nun mal nicht ohne Messer auskommen.

Bedauerlich kurzsichtig……

W.H.